iPad erschienen — neue Konkurrenz für Nintendo DS
Mit dem Erscheinen von Apples iPad taucht ein neuer Konkurrent am Markt für Casual Gaming auf. Dieser könnte dem Nintendo DS weitere Marktanteile kosten.
Begleitet von einem irrationalen Medien-Hype wurde das Apple iPad am 3. April 2010 auf dem US-Markt in den Handel gebracht. Das neue Produkt von Apple soll ein Mittelding zwischen Netbook und Smartphone darstellen. Die Anwendungsbereiche sind dank der unzähligen Zusatzprogramme (Apps
) vielfältig, die Steuerung erfolgt über einen Touchscreen; was sich beim iPhone bereits bewährt hat.
Eine der möglichen Anwendungen ist natürlich die Verwendung des iPads als mobile Spielkonsole. Es steht außer Zweifel, dass das neue iPad ein Konkurrent für den Nintendo DS sein wird. Bereits im Jahr 2009 hatte das iPhone, welches für Spiele vermeintlich weniger geeignet ist als das iPad, einen 19%-Umsatz-Marktanteil am mobilen Spielemarkt in den USA. Die Zugewinne gingen damals insbesondere auf Kosten der Sony PSP, aber auch der Nintendo DS musste Einbußen hinnehmen:
| Plattform | Anteil 2008 | Anteil 2009 |
|---|---|---|
| Nintendo DS | 75% |
70% |
| PlayStation Portable | 20% |
11% |
| iPhone OS | 5% |
19% |
Die große Frage ist daher, wie hoch der Marktanteil der iPhone OS-Plattform (dazu gehören eben auch das iPad und der iPod Touch) mittelfristig ausfallen wird. Gerade die zuletzt viel beschworene Zielgruppe der Casual Gamer
(also Gelegenheitsspieler, die eher kleine und günstige Spiele bevorzugen) könnte das iPad teilweise an sich binden. Das iPad hat den enormen Vorteil, dass die Besitzer sehr gut an den App-Store angebunden sind und neue Spiele bequem über den Store eingekauft werden können, meistens zu Preisen unter 10€.
Wirtschaftlich dürften Spiele am iPad/iPhone für Apple eine bedeutende Einnahmequelle bedeuten. Denn von jedem verkauften Spiel aus dem Apple App-Store bekommt 30% als Anteil. Dabei muss Apple dafür nur wenig Aufwand betreiben — sie stellen nur den App-Store als Verkaufsplattform zur Verfügung, müssen aber nicht selbst die Spiele programmieren oder vermarkten. Ein sicheres Geschäftsmodell, denn das Risiko eines Misserfolgs (zu wenig Verkäufe bei zu hohen Entwicklungskosten) trägt ganz alleine der Entwickler.
Aus diesem Grund hat Apple wohl auch großes Interesse daran, das iPad besser als Spielkonsole zu positionieren — wie Patent-Anmeldungen zeigen, arbeitet die Firma bereits an alternativen Steuerungsmöglichkeiten. Der große Touchscreen ist gerade für Strategie- und Aufbauspiele gut geeignet, für Actionspiele hingegen nicht so sehr (was vollkommen konträr zur den üblichen Spielekonsolen ist). Bereits in der Vergangenheit haben wir mehrmals berichtet, wie Apple seine Geräte fit für den Gaming-Markt macht.
Der Markt für iPad-Games steht derzeit noch am Anfang. Doch unter den ersten Spielen befinden sich schon vielversprechende Spiele, die richtungsweisend sein könnten. Spiele wie Real Racing HD (US-Preis: 9,99$) zeigen die graphischen Möglichkeiten des iPad. Dank HD-Tauglichkeit und leistungsstarker Hardware braucht sich dieses sicherlich nicht verstecken — der limitierende Faktor sind eher die Entwicklungskosten — denn für ein Spiel unter 10 Euro wird niemand unnötig viel Entwicklungszeit in die graphischen Effekte stecken können.
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Diese Meldung wurde am 05.04.2010 veröffentlicht.
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